Wie leben die Menschen im Kreis Düren – und welche Unterstützung brauchen sie heute und in Zukunft? Der Sozialraumbericht liefert darauf erstmals eine fundierte, datenbasierte Antwort. Er betrachtet die Lebenssituationen von Kindern, Jugendlichen, Familien und älteren Menschen in den 15 kreisangehörigen Kommunen und 103 Sozialräumen. Ziel ist es, soziale Entwicklungen sichtbar zu machen, Bedarfe frühzeitig zu erkennen und passgenaue Maßnahmen für mehr Teilhabe und Chancengerechtigkeit zu entwickeln. Der Bericht bildet damit eine wichtige Grundlage für die integrierte und strategische Sozialplanung im Kreis Düren und für eine lebenswerte Zukunft für alle Bürgerinnen und Bürger.
Erster Sozialraumbericht des Kreises Düren
Ziele und Aufgaben der Sozialplanung
Die Sozialplanung des Kreises Düren schafft die Grundlage für eine bedarfsgerechte und zukunftsorientierte Gestaltung der sozialen Infrastruktur. Sie analysiert gesellschaftliche und demografische Entwicklungen, macht soziale Herausforderungen sichtbar und unterstützt Politik und Verwaltung dabei, fundierte Entscheidungen für die Menschen im Kreis Düren zu treffen. Ziel ist es, Teilhabechancen zu verbessern, Chancengerechtigkeit zu fördern und soziale Angebote passgenau an den tatsächlichen Bedarf vor Ort anzupassen.
Initiiert wurde der integrierte und strategische Sozialplanungsprozess im ehemaligen Amt für Generationen, Demografie, Inklusion und Sozialplanung in Kooperation mit dem Sozialamt des Kreises Düren. Heute wird der Prozess im Amt für Kinder, Jugend und Familie fortgeführt. Im Mittelpunkt steht dabei die enge Zusammenarbeit mit Kommunen, Politik, Freier Wohlfahrtspflege und weiteren relevanten Akteurinnen und Akteuren, um soziale Entwicklungen gemeinsam zu gestalten und langfristige Perspektiven zu schaffen. Durch die enge Vernetzung der Akteure ist eine integrierte Planung möglich.
Mit dem ersten Sozialraumbericht wurde eine wichtige Grundlage für die Sozialplanung im Kreis Düren geschaffen. Aufbauend auf einer kleinräumigen Analyse der Lebenslagen in den kreisangehörigen Kommunen und Sozialräumen werden Handlungsbedarfe identifiziert und strategische Ansätze für die weitere Entwicklung erarbeitet. Langfristig entsteht daraus eine kreisweite Gesamtstrategie, die soziale Teilhabe stärkt und die Lebensbedingungen der Menschen im Kreis Düren nachhaltig verbessert. Der Prozess wird fachlich durch die „G.I.B. – Gestaltung, Innovation und Beratung in der Arbeits- und Sozialpolitik GmbH“ begleitet.
Sozialräume
Meilensteine der Sozialplanung
Förderprogramm "Zusammen im Quartier"
Der Aufbau der integrierten und strategischen Sozialplanung im Kreis Düren wurde im Rahmen des Landesprogramms „Zusammen im Quartier – Sozialplanung initiieren, weiterentwickeln und stärken“ des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert. Im Förderzeitraum von September 2022 bis Dezember 2024 konnten wichtige Grundlagen für eine zukunftsorientierte Sozialplanung geschaffen werden. Dazu gehörten unter anderem der Aufbau von Beteiligungs- und Vernetzungsstrukturen, die Entwicklung eines Sozialraummonitorings, die Definition von 103 Sozialräumen sowie die Konzeptionierung des ersten Sozialraumberichtes des Kreises Düren. Die Förderung hat damit einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, soziale Entwicklungen kleinräumig sichtbar zu machen und eine fundierte Grundlage für mehr Teilhabe und Chancengerechtigkeit im Kreis Düren zu schaffen.
Initiativkreis Sozialplanung
Ein zentraler Bestandteil der Sozialplanung ist der Initiativkreis Sozialplanung, der den Gesamtprozess steuert und die Erstellung des Sozialraumberichts unterstützt. Dies umfasst die Erarbeitung von Themenschwerpunkten, Zielgruppen und Datenakquise sowie die Sicherstellung des Informationsflusses und der Kommunikation zwischen den Akteur*innen.
Der Initiativkreis Sozialplanung setzt sich zusammen aus Vertretungen der kreisangehörigen Kommunen, der freien Wohlfahrtspflege, den Fachämtern des Kreises Düren sowie politische Vertretungen und den Vorsitzenden des Jugendhilfeausschusses und des Sozialausschusses.
Der Initiativkreis Sozialplanung trifft sich vier Mal im Jahr, um Strategien zu entwickeln und Fortschritte zu evaluieren. Bei Bedarf werden Expert*innen hinzugezogen, um spezifische Fragestellungen zu bearbeiten. Die erarbeiteten Ergebnisse und Empfehlungen werden dem Sozialausschuss vorgelegt, der über die Umsetzung entscheidet.
Durch die enge Zusammenarbeit und den kontinuierlichen Austausch zwischen den Beteiligten soll eine bedarfsgerechte und zukunftsorientierte Sozialplanung gewährleistet werden. Der Fokus liegt dabei auf der Förderung von Chancengleichheit, sozialer Integration und der Verbesserung der Lebensbedingungen im Kreis Düren.
Im Jahr 2024:
1. Treffen des Initiativkreises Sozialplanung
Nach der Auftaktveranstaltung im Mai hat Anfang Dezember bereits das erste Treffen des Initiativkreises Sozialplanung stattgefunden, an dem Vertreter*innen der Politik, der Kreisverwaltung, den kreisangehörigen Kommunen und der Freien Wohlfahrtspflege teilgenommen haben. Der Initiativkreis ist ein Ergebnis des Kick-offs am 31. Mai 2023 und wurde Mitte November einberufen. Er wird den weiteren Prozess zur Umsetzung einer integrierten und strategischen Sozialplanung im Kreis Düren begleiten. Unterstützt wird der Kreis Düren dabei durch eine Förderung im Rahmen des Projektes „Zusammen im Quartier – Sozialplanung initiieren, weiterentwickeln und stärken“ des MAGS NRW. Fachlich begleitet wird der Kreis Düren durch die Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung mbH (G.I.B.).
2. Treffen des Initiativkreises Sozialplanung
Das zweite Treffen des Initiativkreises Sozialplanung fand bereits im Februar statt. Diskutiert und weitestgehend finalisiert wurden die Themen und Indikatoren für den ersten Sozialraumbericht des Kreises Düren. Durch die teilnehmenden Vertreter*innen aus Politik, Kreis- und Kommunalverwaltung und der Freien Wohlfahrtspflege konnte auf eine breite Fachexpertise in der Diskussion zurückgegriffen werden. Der Prozess der Sozialplanung wurde damit erneut erfolgreich vorangebracht. Fachlich begleitet wurde die Veranstaltung wieder durch die Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung mbH (G.I.B.).
3. Treffen des Initiativkreises Sozialplanung
Der Initiativkreis Sozialplanung kam in diesem Jahr bereits zum dritten Mal im August zusammen. Vorgestellt wurden die finalen Sozialräume und der aktuelle Stand der bearbeiteten Daten. Exemplarisch wurden bereits die Themen Demografie und Soziale Lage aufbereitet, um einen Einblick in die Daten zu erhalten und frühzeitig auf Herausforderungen im Prozess reagieren zu können. Damit einhergehend konnte auch die finale Benennung der Themen für den Sozialraumbericht abgeschlossen werden. Weiterhin wurde der Aufbau des ersten Sozialraumberichtes vorgestellt und anschließend diskutiert. Auch die G.I.B. NRW war erneut als fachliche Begleitung anwesend. Damit kann die Sozialplanung des Kreises Düren in die finale Ausarbeitung des ersten Sozialraumberichtes starten.
4. Treffen des Initiativkreises Sozialplanung
Am 9. Dezember 2024 fand im Konferenzzentrum Bismarck Quartier in Düren die Abschlussveranstaltung zum Förderprogramm der Sozialplanung im Kreis Düren unter dem Titel „Meilensteine und Perspektiven der Sozialplanung“ statt. Rund 40 Vertreter*innen aus Politik, Verwaltung, den kreisangehörigen Kommunen und der Freien Wohlfahrtspflege kamen zusammen, um den aktuellen Stand der Sozialplanung zu diskutieren, erste Handlungsempfehlungen abzuleiten und die nächsten Schritte vorzustellen. Die Veranstaltung bot eine Plattform für Austausch und Zusammenarbeit und sollte für die Arbeit mit Daten sensibilisieren. Trotz des offiziellen Projektendes wird der Prozess der Sozialplanung fortgeführt und strategisch weiterentwickelt. Die fachliche Begleitung durch die die Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung mbH (G.I.B.) bleibt ebenfalls erhalten.
Im Jahr 2025:
5. Treffen des Initiativkreises Sozialplanung
Am 30. April 2025 fand das fünfte Treffen des Initiativkreises Sozialplanung im Kreis Düren statt – diesmal im digitalen Format. Im Fokus standen der aktuelle Stand der Sozialplanung, die redaktionelle Ausarbeitung des ersten Sozialraumberichts sowie die Diskussion und Lösungsansätze für schwierige Indikatoren. Des Weiteren wurde die Aufbereitung qualitativer Fachstatements und das weitere Vorgehen thematisiert. Auch aktuelle Entwicklungen – etwa der Abschluss der Landesförderung im Projekt „Zusammen im Quartier“ Ende 2024 und der Fachbeitrag in der G.I.B.-Publikation – wurden reflektiert. Der Initiativkreis leistet somit weiterhin einen wesentlichen Beitrag zur strategischen Weiterentwicklung der Sozialplanung im Kreis Düren.
Sozialraumbericht und Datenkonzept
Der erste Sozialraumbericht des Kreises Düren bildet die Grundlage für eine datenbasierte und bedarfsgerechte Sozialplanung. Er analysiert die Lebenssituationen von Kindern, Jugendlichen und Familien in den kreisangehörigen Kommunen und Sozialräumen des Kreises Düren und zeigt Entwicklungen, Herausforderungen sowie Handlungsbedarfe in zentralen Themenfeldern wie Demografie, Arbeit und Beschäftigung, Soziale Lage, Gesundheit sowie Bildung und Erziehung auf. Ergänzt wird der Bericht durch das Datenkonzept, das die methodischen Grundlagen, Datenquellen, Indikatoren sowie die Einteilung der Sozialräume erläutert und damit Transparenz für die zugrunde liegenden Analysen schafft.
Beide Dokumente stehen Ihnen hier PDF-Datei78,75 MBzum Download zur Verfügung.
Ergänzt wird der Sozialraumbericht in Zukunft noch durch Sozialraumprofile für die kreisnagehörigen kommunen. Sie bieten noch einmal einen vertieften Einblick pro Kommune und die Sozialräume.

